Helden in Strumpfhose

  • Herbert Karl © Fred Lindmoser

Wir erreichen ihn auf seiner Fahr nach Bad Goisern, wo er seine Produkte bei einer Charity-Laufveranstaltung für die Kinderkrebshilfe Oberösterreich präsentiert, doch dann geht es für Herbert Karl weiter zum Alpenzoolauf nach Innsbruck. „Pro Jahr werde ich wohl bei 50, 60 Lauf-Veranstaltungen dabei sein“, sagt er, „Bahn, Straße, Berg, Trail – da ist alles dabei.“

(Egon Theiner) Herbert Karl ist einer, den man sich als Gesprächspartner wünscht, wenn es ums Laufen geht. Der gebürtige Mariazeller, der heute in Windischgarsten lebt, ist 1967 geboren und kann wunderbar einen Bogen spannen von den Zeiten, in denen er mit großen Augen seinen Vorbildern nachblickte, bis in die Gegenwart, in der er alten und neuen Stars kompetent zur Seite steht.

„Mein Vater Heinz-Karl war schon Berg- und Trailläufer in den 1960ern“, erzählt er, „einmal in der Woche ist er um vier Uhr in der Früh aufgestanden und mit dem Kaufmann, dem Sporthändler, dem Wirt und dem Bürgermeister, alles honorige Herrschaften aus unserer Ortschaft, auf den Berg gegangen bzw. gelaufen – in schweren Baumwollhosen. Irgendwann hat die Gruppe dann die Idee gehabt, blickdichte, abgeschnittene Damenstrumpfhosen zu tragen… aber frage nicht, was da los war, wenn der Gruppe ein Jäger entgegenkommen ist.“ Karl muss lachen, doch ernst fügt er an: „Grundsätzlich war dies aber ein Vorläufer der Leggins oder der 2-in-1 running tights, die heute so in Mode sind.“

Als Zehnjähriger darf er mit den Helden seiner Kindheit mitlaufen, und weil er sich später als Antitalent im Fußball, aber als sehr guter Läufer entpuppt, denkt sich der junge Herbert nach einem Klassensieg beim Stadtlauf in Kapfenberg, wo er mit 15 die U-21-Leute schlägt: „Ich bleibe lieber beim Laufen.“ Es folgen Rennen und Erfolge en masse, zuweilen werden an einem Wochenende drei Wettbewerbe bestritten – der Untergrund ist egal, die Spezialisierung der heutigen Zeit kennt Karl damals noch nicht. Er läuft die 1000 m in 2:32 Minuten, wobei Bernhard Richter mit ihm Katz und Maus spielt und ihm „beim Sterben“ zusieht, er läuft den Halbmarathon in 69:21 Minuten.

Doch er ist kein Profi, sondern ein Tischler, der 40 Wochenstunden arbeitet und in der verbleibenden Zeit bis zu 15-mal/Woche trainiert. Er ist nicht einmal einer, der sich im Laufen auskennt. Als Karl von Wiener Läufern über Laktat reden hört, fragt er seinen Arzt in Mariazell, wo er denn dieses Laktat bekommen könnte… Einschlägige Literatur, Gespräche mit seinen Vorbildern wie beispielsweise Helmut Schmuck, Peter Schatz, Helmut Stuhlpfarrer bilden den jungen Mann, der auch Woche für Woche mit Johann Kastenberger zusammentrifft. Dieser stellte 1988 beim Kainacher Bergmarathon den bis heute gültigen Streckenrekord auf, dieser machte aber besonders als Krimineller und „Pumpgun-Ronnie“ von sich reden.

Für eine internationale Karriere reichte es nicht, Herbert Karl kam bei der Berglauf-WM-Generalprobe im Stubai 1989 auf Platz 21, fiel aber nur deshalb aus den ersten zehn, weil er einem anderen Teilnehmer erste Hilfe leistete: „Das war mir zu diesem Zeitpunkt wichtiger“. Ein weiteres Mal erreichte er Platz 11 im Europacup, als Junior in der allgemeinen Klasse. In weiterer Folge arbeitete der Steirer als Tauchlehrer und Reiseunternehmer in Kuba, als Skilehrer im Bundessportheim Hintermoos/Maria Alm (wo er seine Frau kennen lernte), war von Beginn der 1990er Jahre Golf-Profi. Und lief mit 40 aus dem Stegreif und ohne gescheites Training einen Halbmarathon in 1:20 Stunden. „Ich bin zwei oder drei Mal in der Woche sportlich unterwegs“, sagt er, „aber weniger mit einer Sportuhr, dafür mehr mit einer Fotokamera und einem alten 20-Liter-Rucksack.“ Oder mit einer Trailweste, wenn es einmal schneller gehen soll.

Und seit drei Jahren immer mit Craft-Schuhen im Gepäck. Zuvor war Karl für 24 Monate bei Puma für den Golfsektor in Österreich verantwortlich, doch das schwedische Unternehmen und der Netzwerker/Verkäufer/Vertreter/Experte aus der Steiermark sind das perfekte Match. In wenigen Jahren hat Herbert Karl eine Marke, Craft, im Laufschuhbereich in den Vordergrund gerückt. Athlet:innen wie beispielsweise Andrea Mayr, Claudia Rosegger, Julius Ott, Bernhard Achhorner, Markus Hartinger, Dominik und Florian Jandl, „running schritti“ Werner Schrittwieser oder eine Lauf-Ikone wie Helmut Schmuck vertrauen ihm und seinen Produkten. „Meine eigene Aktivenzeit kommt mir sicher entgegen“, sagt Karl, „ich habe einen guten Draht zur Szene, ich weiß was Sportlerinnen und Sportler brauchen und kann mit Craft, das seit fünf Jahren massiv in den Laufschuh-Sektor investiert, sehr gute Optionen anbieten.“

Mit Kilian Jornet gibt es eine gemeinsame Vergangenheit bei Atomic-Salomon („beim UTMB ist er auf mich zugekommen, das hat mich gefreut“), mit Kolland Topsport betreut er das erfolgreichste Team beim Dolomitenmann („da sind 60 Weltmeister-Titel von 20 Leuten an einem Tisch gesessen“), immer wieder strebt er danach, Erfahrungen anderer zu hören. „Die Entwicklung im Trailrunning ist sensationell, genauso, wie es der Umgang der Akteure untereinander ist. Da gibt es kein Versteckspiel, kein Neid, keine Abschottung. Die gehen gemeinsam trainieren und stärken sich gegenseitig. Zu unserer Zeit war das noch anders.“

Karl gehört zu jener Sorte wertvoller Manager, die Leistung schätzen und nicht zuerst einmal auf die Follower-Zahlen in den sozialen Medien blicken. Karl weiß, dass Craft mit Eric Sarin einen der prominentesten und renommiertesten Laufschuh-Designer der Welt an Bord hat, was eine Garantie für Neuerungen am laufenden Band ist. Und Karl freut sich, wenn bei den „Herzläufen“ bis zu 2000 Kinder dabei sind, wie beispielsweise in Wien oder St. Barbara im Mürztal: „Wenn auch nur ein Prozent beim Laufen hängen bleibt, wäre das ungemein toll für den Sport und die Volksgesundheit!“

Für diese will auch er seinen Beitrag leisten, sich selbst bewegen und in Form bleiben, und allen die Möglichkeit eröffnen, mit gutem, hochwertigem Material dem Laufsport nachgehen zu können.

 

Webtipp:
www.craftsportswear.com

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https://www.instagram.com/doc_herb/

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